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Gedenktafel enthüllt: „Vergesst es nie!“

Oranienburg / Lehnitz 21.07.2018

Landschaftsbauer Jens Lauktien aus Oranienburg restaurierte in Eigeninitiative ein Mahnmal an der frisch sanierten „Villa Sachs“ in Lehnitz. Es erinnert ab sofort in neuer Pracht an jüdische Mitbürger und die früheren Bewohner des Hauses.

Gedenktafel

Jens Lauktien (l.) und seine Eltern Elke und Volker übergaben in Anwesenheit von Elena Miropolskaja (Jüdische Gemeinde) und Bürgermeister Alexander Laesicke den Gedenkstein an Bauherr Lothar Stenzel (v.l.). | Quelle: Nadine Bieneck

Noch am Dienstag, 17. Juli 2018, hatte der Steinmetz die letzten Handgriffe an der Granit-Abdeckplatte des Gedenksteins vorgenommen. „Für die heutige Zeit ganz untypisch, wurde sie in Handarbeit beschlagen und angepasst“, berichtete Landschaftsbauer Jens Lauktien am Mittwoch, 18. Juli, bei der Übergabe des Mahnmals. Da prangte das Mahnmal nach monatelanger Restauration schließlich in voller Schönheit auf einem Sockel, aufgestellt im Vorgarten der Villa – gut sichtbar, direkt an der Straße als Hingucker und Mahnmal in einem.

Während der anderthalbjährigen Sanierungsarbeiten des Gebäudes in der Magnus-Hirschfeld-Straße in Lehnitz in den Jahren 2016/17 hatte Lauktien die 1988 errichtete Gedenktafel gefunden: Auf halbacht hängend und nahezu verschütt gegangen. „Wir haben sie zunächst gesichert und eingelagert“.

Mit seinem Unternehmen begleitete der Landschaftsbauer die Restauration der alten Villa. Gleichzeitig fand der Familienvater vor zwei Jahren zum christlichen Glauben, der ihm, wie er sichtlich bewegt berichtete, „den Blick für viele Dinge neu geöffnet habe, die damals geschehen sind. Ein Grauen, welches man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann“. Aus diesem Grund sei es ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, seine Arbeit und um das Hausprojekt mit der Restaurierung der Mahntafel abzurunden. „In Eigeninitiative und auf eigene Kosten“, so Lauktien. Mehrere tausend Euro flossen in die Wiederherstellung. Ein Aufwand, „den wir in dieser Form nicht hätten leisten können“, räumte Lothar Stenzel als Bauherr ein. „Wir können die Geschichte nicht umdrehen, aber wir können anhand des Mahnmals zeigen, wie wir dazu stehen und können ein Signal setzen.“ Das persönliche Engagement von Jens Lauktien freue ihn sehr. „Eine derartige private Maßnahme ist nicht üblich.“

Gedenktafel

Die sanierte „Villa Sachs“ im Oranienburger Ortsteil Lehnitz, rechts im Bild die am Mittwoch übergebene Gedenktafel. | Quelle: Nadine Bieneck

Auch Bürgermeister Alexander Laesicke lobte, mit welch tiefer Überzeugung der Gedenkstein wiederhergestellt wurde. „Jeder, der einen Bezug zu Oranienburg hat, hat mit der Geschichte dieses Hauses mitgelitten“, so der 39-Jährige. In Zeiten, „in denen man wieder genauer hinhören und etwas entgegensetzen muss, wenn die Geschichte offenbar nicht mehr so ernst genommen wird, wie sie es verdient hat, steigt die Bedeutung des Mahnens umso mehr“.

Gedenktafel

Die Inschrift der Gedenktafel. | Quelle: Nadine Bieneck

Klare Worte, ebenso klar wie die Botschaft auf dem Mahnmal. „Vergesst es nie!“ steht dort in dicken Lettern. Sie passen zur wechselhaften Geschichte des Hauses. 1899 erbaut wurde es zwischenzeitlich als Genesungsheim für jüdische Mitbürger genutzt. In der Progromnacht am 9. November 1938 wurde dieses von Faschisten geschändet und seine Bewohner vertrieben. Inzwischen ist die Villa wieder bewohnt. Während der Sanierung entstanden dort Eigentumswohnungen.

Quelle: Märkische Allgemeine, Nadine Bieneck

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